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Just♥my♥Style♥kreativ, lustig, crazy - Ideen mit kimika!
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Brudermord

Ich träume, dass ich fliege. Dass ich fliege und die Stadt unter mir klein ist, winzig wie ein Spielzeugauto. Ich freue mich. Frei zu sein ist toll!

Ich drehe ein Salto und fliege direkt auf den Fernsehturm zu. Den Leuten im Fernsehturmcafe bleibt der Mund offen stehen. Ich sehe sogar, wie der Kellner eine alkoholisierte Torte aus Versehen verbrennt und damit eine kleine Reihe Kerzen anschmilzt.

Ich lache. Frei! Frei! Frei!

Doch plötzlich zieht mich etwas in die Tiefe. Unter mir ist alles schwarz. Ich schreie und schlage mit den Händen um mich. Und dann-

„Wah!“ Ich schrecke aus dem Schlaf. Meine Hände schwitzen, auf meiner Stirn bilden sich Schweißperlen und mein ganzer Körper zittert.

Die Tür geht auf. Meine Mutter kommt ins Zimmer. „Alles in Ordnung?“, fragt sie.

„Ich hatte gerade einen Traum. Einen Albtraum.“

„Schatz, du solltest nicht mit deinen Brüdern Horrorszenarien entwerfen, auch wenn euch das Spaß macht! Das ist nicht gut für dich.“

„Mache ich gar nicht! Außerdem werden meine Träume in irgendeiner Weise fast immer wahr.“

„Schatz, höre bitte auf, ja?“, meine Mutter geht auf die Tür zu, „Frank und Jonas rufen dich. Sie wollen los.“

„Ja, Mama.“

Sie geht aus dem Zimmer.

Ich stehe seufzend auf und ziehe mich an. Als ich nach unten gehe, stehen Frank und Jonas schon bereit zum Abmarsch. „Beeil dich!“, faucht Frank. „Wir wollen nicht ewig warten.“

Meine Brüder sind eigentlich ganz okay, doch manchmal schlagen sie mich ohne Grund, weil sie schlechte Laune haben. Ich finde das nicht schlimm, deshalb sage ich es auch nicht Mama weiter. Frank und Jonas sind dafür ein paar Stunden nett zu mir.

Wir gehen heute tief in den Wald hinein. So tief sind wir noch nie gegangen. Unter mir knacken Äste  

und ein Eichhörnchen huscht herum. Es knackt eine Nuss und knabbert daran.

„Guckt mal, ist das Eichhörnchen nicht süß?“, frage ich begeistert und bleibe stehen.

Jonas brummt etwas Unverständliches und Frank sagt: „Sei nicht so kindisch. Eichhörnchen!“

„Ich finde sie toll. Sie springen so schön. Eichhörnchen-“

„-sind so dumm wie Enten, verstecken Nüsse im Garten zum Ärger der Erwachsenen und bleiben alle

Nach einer Weile stößt Jonas einen Freundenschrei aus. „Ein Boot! Damit können wir auf dem schlammigen See herumschippern!“ Frank stimmt in die Freude ein und klatscht sich mit Jonas ab.

Ich sage: „Ich finde es hier so… unheimlich. Ich meine, hier sind so viel schwarzes Zeugs und so…“

Jonas sagt: „Ich habe von hier gehört. Henning hat davon erzählt. Dieser See heißt Todessee. Da sind grünschwarze Tümpel, von Weiden überhangen, sagt er. Die Weiden schlucken den Wind, der draußen über dem Strom immer geht. Und aus dem Schlamm steigt ein Geruch wie Fäulnis und Kot und Tod.“

Ich kauere mich unter einer Weide zusammen. „Ich glaube nicht, dass Mama will-“

„Seit wann kümmerst du dich darum, was Mama sagt!“, fährt mir Jonas ins Wort. „Hilf mir beim Ablegen, Frank.“

Nachdem sie eine rostige Kette, einen Pfahl und allerlei schwarzes Moos aus dem Boot geworfen haben, steigen wir ein. Frank und Jonas rudern und ich sage, wohin sie rudern sollen. Ab und zu lässt Frank mich auch mal rudern und ich strenge mich kräftig an.

Als wir in der Mitte des Sees sind, schaukele ich aus Versehen das Boot hin und her. Frank will meckern, aber Jonas lacht und schaukelt mit. Bald schaukeln wir alle drei in dem Boot. Ich stelle übermütig einen Fuß aufs Boot und jauchze. Ich bin frei! Frei, wie in meinem Traum! Doch, warte… in meinem Traum-

Ich spüre plötzlich einen kräftigen Ruck von hinten.

 Alles geschieht in Zeitlupe.

Ich falle langsam, langsam und  platsche schließlich ins dreckige, schlammige Wasser. Ich schreie. Das Wasser erfüllt meinen Mund, ich spucke es angewidert aus und schreie noch mehr. Doch ich kann schlecht bis gar nicht schwimmen. Ich spüre, wie die Schwerkraft mich langsam herunterzieht. Ich will mich wehren, kann es aber nicht. Ich werde untergetaucht und stoße von unten gegen das Boot, jemand muss mir doch helfen! Hilfe! Ich brauche Hilfe. Der letzte Gedanke ist, dass mein Traum wahr geworden ist. Auf diese Weise. Dann werde ich in die Tiefe gezogen. In die unendliche, dunkle Tiefe.

8.4.14 18:18


Obdachloser

Er sitzt da.

Er starrt ins Leere. Die Leute gehen im aus dem Weg, sein Hund fiept leise. Keiner achtet richtig auf ihn.

Ich sehe in von der anderen Straßenseite. Er sieht glücklich aus. Obwohl er anscheinend viel verloren hat. Ein Teenager geht vorbei und schimpft dabei in sein Handy: "Boah Mama, ich will aber das neue iPhone 5c! Mann, scheiße!! Das iPhone 3 ist voll scheiße, alle in der Schule haben ein Besseres!" Der Obdachlose guckt ihm nach. Ich weiß, was er denkt. Der Obdachlose hat nur einen Hund, Decke und seine Kleidung und ist trotzdem glücklich. Der Teenager regt sich über etwas auf, das wahrscheinlich 1.000 mal teurer ist als die Jacke des Obdachlosen.

Ich gehe über die Ampel. Ich krame in meiner Jackentasche und gehe zu dem Obdachlosen hin. Ich lege ein 50 cent Stück auf seine Decke. Er sieht mich glücklich an: "Danke. Danke, liebes Kind."

Seine Augen sind braun und nun voller Hoffnung. Der Hoffnung, vielleicht doch zu überleben.

Ich nicke.

Nur mit diesem Geld etwas Glück zu verbreiten ist ein tolles Gefühl. Das kann man sich mit keinem Geld der Welt kaufen.

Der Obdachlose sieht, als ich mich umdrehe, glücklich auf seine Hände, wo das Geldstück liegt. Ich lächele nun auch.
16.3.14 20:54


Spieglein, Spieglen

Ich gucke mich lange im Spiegel an. Die Spuren des Krieges sind noch zu sehen. Die Narbe an der Wange, der verkrustete Schnitt an der Stirn...

Und die Augen. Meine hellen, noch so jungen Augen blicken in eine ungewisse Zukunft. Meine Augen verraten, dass ich mindestens zehn Jahre älter bin, als es scheint. Der Krieg hat mich älter gemacht. Älter, als ich wirklich bin.

Alles hat er mir genommen. Der Krieg. Meine Familie. Meine Freunde.

Mich selbst.

Mein junges, unbeschwertes selbst. Ein Leben voller Freude. Ich sehe mich noch einmal im Spiegel an. Alles Lügen. Lügen. Ich bin jünger. Viel jünger!

Ich zerschlage den Spiegel.

26.2.14 18:48


Kurzgeschichte

Das Licht wirft helle Schatten in den dunklen Raum.

Staubkörner tanzen vor meinen Augen und weckt in mir das Bedürfnis, sie wegzupusten. Ich lasse es jedoch.

Meine Mutter klopft an die Tür. "Cora, komm doch nach draußen! Deine Schwester wartet schon auf dich."

Ich schüttele den Kopf und ziehe die Gardinen noch etwas fester zu.

"Du kannst doch nicht ewig hier im düsteren Zimmer sitzen und vor dich hin starren!"

Doch. Weil ich mich so fühle. Düster und allein.

Dieser Lichtstrahl ist eine kleine Hoffnung auf Fröhlichkeit. Und diese Fröhlichkeit kann nur meine kleiner Schwester aus mir hervorlocken.

Also stehe ich seufzend auf und gehe in den Garten.

24.2.14 21:04


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